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Geschrieben von: Martin Stemberg   
Donnerstag, 11. September 2008 um 09:41

Hunde sind wertvolle, empfindsame Geschöpfe,
die es verdient haben, dass man mit Verstand an die Anschaffung geht!

 

 


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Die Liebe zum Hund ist in Deutschland ungebrochen.

Etwa 5 Millionen Vierbeiner lebten 2008 in Deutschland (ca. 69% Rassehunde und 31% Mischlinge)1.

Wer einen vierbeinigen Freund in sein Leben integrieren möchte, steht zunächst vor der Frage der Anschaffung. Hier stellen sich hauptsächlich folgende Fragen: Welche Rasse passt zu mir und meinem Alltag? Darf es auch ein Mischling sein? Möchte man einen Hund aus dem Tierschutz? Soll es ein Welpe oder ein Hund älteren Lebensalters sein?

Wer einen Rassehund aus einer Zucht möchte, sollte unbedingt darauf achten, dass der ins Auge gefasste Züchter einem vertrauenswürdigen Verband angehört.
Das sind in Deutschland die dem VDH (Verband für das deutsche Hundewesen) angeschlossenen Vereine.

Für Retriever sind das:

  • Deutscher Retriever Club e.V. (DRC)
  • Golden Retriever Club e.V. (GRC)
  • Labrador Club Deutschland (LCD)

Wo sind die Vorteile?

Die dem VDH angeschlossenen Clubs haben (jedenfalls für Retriever, auf die sich alle folgenden Ausführungen auch beziehen; bzgl. anderer Rassen wird keine Gewähr übernommen) die strengsten Auflagen für die Züchter, die Zuchthunde und die Zucht.

Bevor ein Hund in die Zucht gehen darf, muss er umfangreiche Prüfungen und Untersuchungen nachweisen:

  • Röntgenuntersuchung der Hüften und Beurteilung durch eine zentrale Auswertungsstelle, wobei Hunde mit zu schlechten Hüftwerten von der Zucht ausgeschlossen sind
  • Röntgenuntersuchung der Ellbogen, mit selbiger Prozedur wie bei Hüft-Röntgen
  • Jährliche Augenuntersuchungen auf erbliche Augengenkrankheiten
  • bestandener Wesenstest mit Schussfestigkeit
  • Formwertprüfung, bei der festgestellt wird, wie gut ein Hund optisch dem Rassestandard entspricht

Auch der Züchter muss sich vor dem ersten Wurf einigen Herausforderungen stellen: so wird die Tauglichkeit der Zuchtstätte begutachtet, der Züchter in spe muss Neuzüchterseminare verpflichtend besuchen und jeder Wurf wird vor der Abgabe durch einen erfahrenen Gutachter abgenommen.

Zucht soll gesunde und wesensfeste Hunde hervorbringen; gerade bei Retrievern!

Nur die strengen Auflagen der VDH-Clubs, gepaart mit gewissenhafter Wurfplanung und Aufzucht, bieten nach unserer Auffassung die maximale Chance dafür, einen gesunden und wesensfesten Hund zu bekommen.

Eine Garantie dafür gibt es natürlich nicht, aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr viel höher als in einem sog. „Dissidenzverein“ (Vereine und Clubs außerhalb des VDH) oder einem Vermehrer oder der „liebevollen Bauernhof-Aufzucht“, wo die „Zucht“ (planloses In-die-Welt-setzen von Welpen ist keine Zucht; das kann jeder, der eine heisse Hündin und einen Rüden zur Hand hat) gar nicht oder nur sehr eingeschränkt reglementiert wird.

Eine noch so liebevolle Aufzucht, wenn gegeben, kann planvolles Züchten mit dem Wissen um die Genetik, die hinter den Ahnen steht, niemals auch nur ansatzweise ersetzen!
Die Daten eines VDH-Retrievers stehen in den Datenbanken der Vereine und stehen den angeschlossenen Züchtern zur Verfügung, so dass der Züchter das Risiko einer Verpaarung kennt und entsprechend agieren/reagieren kann. Dies alles mit dem Ziel, das Risiko der Vererbung von Krankheiten (etwa Hüftdysplasie, Ellenbogendysplasie) zu minimieren.

Vorteil für den Welpenkäufer: die Wahrscheinlichkeit, einen gesunden und wesensfesten Retriever zu erhalten, der über lange Zeit ein treuer Begleiter sein wird.

Merke: Geiz ist beim Welpenkauf nicht geil. In aller Regel sind Welpen von Dissidenzzüchtern oder Vermehrern billiger (aber nicht immer), was sich einfach aus dem Aufwand erklärt, den ein VDH-Züchter bis zum Wurf und während der Aufzucht treiben muss. Große Gewinne dürften bei einem Welpenpreis von etwa um die 1.200 EUR bei einem normal großen Wurf nicht erzielt werden. Deshalb sollte dem Dissidenzzüchter auch bei einem billigeren Preis einiges mehr in der Tasche bleiben, einfach, weil er sich gewisse Untersuchungen oder Impfungen (und vielfach auch einfach Aufwand für die optimale Aufzucht der Welpen) spart, für die der VDH-Züchter erst einmal bis zur Bezahlung des Welpenpreises in Vorleistung geht. So kann der vermeintliche billigere Hund ganz schnell durch notwendige medizinische Behandlungen der wesentlich teurere Hund werden. Der Anschaffungspreis ist bei den Kosten, die im Laufe eines Hundelebens anfallen, sowieso ein kleiner Posten....

Und zuguterletzt: wer seinen Hund artgerecht beschäftigen will, etwa mit Dummyarbeit, oder ihn auch einmal bei einer Ausstellung führen möchte, dem sind viele Kurse, Prüfungen und Ausstellungen mit einem Nicht-VDH-Hund verschlossen, da die durchführenden Vereine oftmals nur Hunde aus VDH-Vereinen an den Start lassen. Auch das sollte man vor einem Kauf bedenken.

Auch wer darauf keinen Wert legt, dürfte zumindest das Minimalziel haben, einen gesunden und mit den besten Anlagen ausgestatteten Begleiter an seiner Seite zu wissen.

Wenn also ein Rassehund-Welpe angeschafft werden soll, lautet unsere Empfehlung: nur von einem Züchter, der einem Verein/Club angehört, der dem VDH angeschlossen ist.

Noch ein Tipp: für alle Retriever-Rassen und zu allen Fragen dazu (etwa zur Anschaffung, zur Wahl des Züchters und Erziehung und Pflege) stehen Dir im **** (dieser Link kann nicht mehr uneingeschränkt empfohlen werden) viele kompetente, sachkundige Menschen zur Seite.


1Wikipedia, Stichwort „Haushund“
Aktualisiert ( Dienstag, 04. August 2009 um 21:51 )
 


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